Männerschnupfen: Symptome, Therapie und Überlebenschancen
Es beginnt oft harmlos: ein leichtes Kratzen im Hals, ein einzelnes Niesen, vielleicht eine etwas verstopfte Nase. Doch schon wenige Stunden später steht fest: Dieser Mann ist nicht einfach erkältet. Er leidet an Männerschnupfen (Rhinitis dramatica) – einer Erkrankung, die exklusiv den männlichen Organismus befällt und die besonders für mitfühlende Partnerinnen eine echte Herausforderung darstellen kann.
Was ist Männerschnupfen?
Medizinisch betrachtet ist Männerschnupfen keine eigenständige Krankheit, sondern meist eine gewöhnliche Erkältung. In der häuslichen Wahrnehmung nimmt sie jedoch gelegentlich dramatische Ausmaße an.
Wann der erste Fall auftrat, ist nicht überliefert. Vermutlich existiert das Leiden, seit es Sofas, Wolldecken und Menschen gibt, die bereit sind, eine Tasse Tee ans Krankenlager zu kredenzen.
Die typischen Symptome
Zu den medizinischen Beschwerden gehören eine laufende oder verstopfte Nase, Husten, Halsschmerzen, Mattigkeit sowie gelegentlich leichtes Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen.
Beim klassischen Männerschnupfen können weitere charakteristische Anzeichen hinzukommen:
- auffällig tiefes Seufzen, begleitet von Sätzen wie "Ich glaube, ich brüte etwas aus“
- häufige Mitteilungen über den aktuellen Gesundheitszustand
- spontane Unfähigkeit, alltägliche Aufgaben zu übernehmen
- ein starkes Bedürfnis nach Tee, Ruhe und Aufmerksamkeit
- die feste Überzeugung, dass es „diesmal wirklich schlimm“ ist
Ursachen und Risikofaktoren
Verursacht wird die Erkältung in der Regel durch Viren – nicht durch offene Fenster, kalte Füße oder das Verlassen des Hauses ohne Schal. Übertragen werden die Erreger vor allem über Tröpfchen und verunreinigte Hände.
Warum manche Männer besonders eindrucksvoll leiden, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Vermutlich treffen körperliches Unwohlsein, ein ungewohntes Gefühl der Hilflosigkeit und ein aufmerksames häusliches Publikum ungünstig aufeinander.
Krankheitsverlauf
In der ersten Phase kündigt sich die Erkrankung häufig durch Halskratzen und Müdigkeit an. Danach folgen Schnupfen und Husten. Nach einigen Tagen bessern sich die Beschwerden meist deutlich. Bis die Erkältung vollständig abgeklungen ist, können ein bis zwei Wochen vergehen. Husten hält sich manchmal länger – ebenso wie die Erinnerung des Patienten an die Schwere seines Falls.
Mögliche Komplikationen
Der Männerschnupfen verläuft meistens harmlos. Gelegentlich können jedoch Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder des Mittelohrs auftreten. Eine Lungenentzündung ist selten. Bei hohem Fieber, Atemnot, Brustschmerzen, starken oder zunehmend schlimmeren Beschwerden sollte deshalb Schluss mit der Satire sein und ärztlicher Rat eingeholt werden. Das gilt besonders bei chronischen Erkrankungen.
Therapie: Was wirklich hilft
Ein spezielles Heilmittel gegen Männerschnupfen gibt es noch nicht. Bewährt haben sich vor allem Ruhe, Schlaf und ausreichend Flüssigkeit.
Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist ungeteilte Aufmerksamkeit. Die pflegende Angehörige sollte dem Patienten stets signalisieren, dass sie den Ernst der Lage verstanden hat. Diskussionen über die tatsächliche Körpertemperatur (subfebril vs. akut lebensbedrohlich bei 37,2 °C) sind kontraproduktiv und belasten das ohnehin geschwächte Herz-Kreislauf-System des Erkrankten nur zusätzlich.
Je nach Beschwerden können Produkte aus Ihrer apotheca Linderung verschaffen: Meerwasser-Nasenspray befeuchtet die Schleimhäute, abschwellendes Nasenspray erleichtert kurzfristig das Atmen, Lutschpastillen beruhigen den Hals und passende Hustenpräparate können den gereizten Atemwegen helfen. Auch Schmerz- und Fiebermittel kommen infrage. Welches Präparat geeignet ist und was bei Vorerkrankungen oder anderen Medikamenten zu beachten ist, klären wir gern persönlich.
Heilungschancen und Vorbeugung
Trotz der dramatischen Symptomatik und der wiederholten Versicherung des Patienten, er werde die Nacht vermutlich nicht überstehen, sind die Heilungschancen exzellent. Bemerkenswert ist die oft schlagartige, fast wundergleiche Genesung, sobald ein präferiertes Ereignis bevorsteht – wie etwa ein wichtiges Fußballspiel.
Regelmäßiges Händewaschen, möglichst wenig Kontakt mit Erkrankten, nicht ins Gesicht fassen und benutzte Taschentücher sofort entsorgen senken das Ansteckungsrisiko. Ganz verhindern lässt sich eine Erkältung jedoch nicht.
Für den nächsten Ernstfall stellen wir in Ihrer apotheca gern eine passende Erkältungsausstattung zusammen – für Erkrankte und alle, die tapfer mit ihnen leiden.